Finanziell stabilisiert - keine Modernisierung

17.03.14

Am Freitag fand eine wichtige ausserordentliche Delegiertenversammlung der PKE Pensionskasse Energie Genossenschaft statt. Abgestimmt wurde über zwei Geschäfte. Wir werden Mitte April alle Versicherten in einem "exklusiv" im Detail informieren.

Finanzielle Massnahmen

Die Delegierten nahmen ein Paket zur finanziellen Stabilisierung der Genossenschaft an. Der technische Zins wird von 3,5% auf 2,5% gesenkt. Das Leistungsniveau sinkt um 3,4%. Die Beiträge werden von 18% auf 25% erhöht. Zusätzlich wurden Sanierungsbestimmungen beschlossen, die es der PKE erlauben, weitere Beiträge zu erheben, falls sie in eine Unterdeckung gerät. Diese Massnahmen treten am 1. April 2015 in Kraft.

Auch die Einführung einer flexiblen Altersrente fand eine Mehrheit von über 68%. Aufgrund des nachstehend beschriebenen statutarischen Minderheitenschutzes ist der Antrag aber abgelehnt.

Modernisierung

Die Verkürzung der Kündigungsfrist von 12 auf 6 Monate wurde angenommen. Die Mindestanschlussdauer von fünf Jahren wurde aufgehoben. Diese Änderungen treten per 1. April 2014 in Kraft. Sie betreffen die angeschlossenen Unternehmen und haben für die Versicherten keine Auswirkungen.

Die wichtige Kompetenzverlagerung von der Delegiertenversammlung zum Verwaltungsrat und die Abschaffung der Mitarbeiterabstimmung bei einem Austritt wurden abgelehnt. Beide Massnahmen wurden von den Arbeitgeberdelegierten angenommen. Auch eine Mehrheit der Arbeitnehmerdelegierten stimmte den Anträgen des Verwaltungsrates zu. Die Statuten der PKE bestimmen jedoch, dass für Statuten- und Reglementsänderungen eine getrennte Zweidrittelsmehrheit von Arbeitnehmern und Arbeitgebern nötig ist. Eine Minderheit von Arbeitnehmerdelegierten hat daher eine Modernisierung der PKE verhindert.

Fazit

Eines der beiden wichtigen Ziele des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung, die finanzielle Stabilisierung der Genossenschaft, ist erreicht worden. Der Deckungsgrad der Genossenschaft sollte nun langfristig nicht mehr sinken, sondern auf dem bestehenden Niveau verharren.

Das zweite wichtige Ziel, die Modernisierung der Genossenschaft, wurde verhindert. Die Auswirkungen dieser Ablehnung sind heute noch nicht bekannt. Sicher ist, dass das Reglement der PKE nicht erneuert und modernisiert werden kann. Es ist faktisch auch unmöglich geworden, Neuanschlüsse für die PKE Genossenschaft zu finden. Der Verwaltungsrat wird in den kommenden Monaten darüber entscheiden, ob der Delegiertenversammlung nochmals eine Modernisierung vorgeschlagen werden soll oder ob die 90-jährigen Strukturen der PKE unverändert erhalten bleiben.